28. Mai 2013

Das leidige Thema zum ICH...

ICH bin *eigentlich* kein egozentrischer Mensch aber, es hilft mir, mich mit mir auseinander zu setzen und mir klar zu werden, was ICH *eigentlich* bin und vor allem, dass ICH bin...

Es gibt Tage in meinem Leben, da fällt es mir selber schwer, die Existenz meines ICHs bestätigen zu können... aber letzten Endes muss da ja etwas sein... etwas, was das ICH ausmacht...

Mein ICH kommt mir mitunter auch wie eine gespaltene Persönlichkeit vor. Auf der einen Seite als reife und starke Frau, auf der anderen Seite als kleines und ängstliches Kind.

Die starke Frau mag ich!
Ich finde sie toll und ab und an, wenn ich sie - wie abwesend aus der Ferne - betrachte, bewundere ich sie auch. Sicher werdet ihr jetzt sagen, ICH habe mir mein Leben so ausgesucht, ICH habe entschieden, dass ich als alleinerziehende Mutter mit zwei kleinen Kindern und einem Vollzeitjob Ortsaußerhalb zurecht kommen MUSS. Ihr habt Recht. Aber ich KANN es auch! Und allein das beweist mir dann doch, dass etwas starkes in mir schlummert. Das ich mein Leben durchaus planen kann, muss ich ja pünktlich auf Arbeit sein und die Kids demnach pünktlich in der KiTa, der Job erledigt, der Haushalt geschmissen, sich um Wehwehchen, Wünsche, Feste und Geburtstage gekümmert werden. Ein Vollzeitjob den mindestens drei Mann ausführen könnten. Aber es passt und es klappt - auch allein, wenn man die Stärke und den Willen dazu hat.

Und dann haben wir da noch das kleine Kind.
Darf ich vorstellen, ich nenne es liebevoll "Angst Zweifel Leere". Ein Doppelname quasi, was ich *eigentlich* gar nicht mag und mitunter ätzend finde (Ein Kind, drei Namen - schön ausgesuchte und wenn dann das Kind als Bla Bla Bla vorgestellt wird, wird gleich mit angefügt aber Bla reicht völlig. Wozu dann drei, wenn doch einer völlig reicht???). Aber bei diesem Kind macht das durchaus Sinn. Sind die Namen ja auch schön - wenn sie nur nicht so negativ wären.
Dieses kleine Kind sehnt sich nach Liebe, sehnt sich nach Freunden, sehnt sich nach Vertrauen, sehnt sich nach Aufmerksamkeit. Es hat Angst unter den ganzen vielen so erwachsen wirkenden Menschen. Es hat Angst allein das Haus zu verlassen - es könnte ja was passieren. Es hat Angst allein gelassen zu werden. Es bekommt schon manchmal Ärger und dadurch zweifelt es an sich. Es zweifelt jede Sache an, was es tut. Es scheint dem Kind, als wäre es nicht gut genug und könnte es niemandem Recht machen - nicht einmal sich selber.

Zum guten Schluss haben wir dann keine Hand, welche die beiden Damen führen könnte. Jemanden, der meinem ICH begreiflich macht, dass Frau und Kind beide sehr wertvoll sind in ihren Eigenschaften und Eigenarten und ich diese nur zusammen führen muss. Jemanden, der mir sagt, WIE DAS GEHT!!!

ICH haben fertig... Vielen Dank fürs Zuhören.

Kommentare:

  1. Ich kenne das, ich glaube mit diesen ICHS haben viele zu kämpfen :), aber solange die starke Frau existiert, gibt es Hoffnung ;)

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  2. Die starke Frau sollte das kleine, geängstigte Kind an die Hand nehmen, und ihm das Gefühl, die Gewissheit geben: Keine Angst, ich bin immer da für Dich! Und geängstigte, kleine Kinder müssen auch mal weinen dürfen.

    Anregend geschrieben.

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  3. Bestimmt hat jeder eine starke Frau & ein verängstigtes Kind in sich... :/

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